Poker die eine Seite der Medaille

Dezember 15, 2009

Poker ist nur eine Seite der Medaille

Falls Sie ein Casino betreten – sei es online oder ein echtes – wird Ihnen ein ganzes Universum an Spielen angeboten. Da gibt es Black Jack, Roulette, Craps (das Würfelspiel, Sie wissen schon), Spielautomaten (einarmige Banditen!), Keno (ein Lotteriespiel, welches des Öfteren in den vereinigten Staaten angeboten wird), und unzählige andere. Sobald Sie in einem Casino sind, kann ich Ihnen nur empfehlen, so viele Spiele wie möglich auszuprobieren. Natürlich kann es sein, dass Poker ihr Lieblingsspiel ist – man ist ja in dem am erfolgreichsten, in das man die meiste Zeit investiert. Trotzdem ist es stets eine gute Idee, seinen Horizont zu erweitern und neue Unterhaltungsmöglichkeiten zu finden. Sie werden ebenfalls feststellen, dass die Menschen, die unterschiedliche Spiele spielen auch verschiedene Charaktere haben.

Dies liegt daran, dass die verschiedenen Spiele auch unterschiedliche Anforderungen an den Spieler haben. Einige davon sind reine Glücksspiele, manche davon spielt man allein, andere wiederrum sind „side games“. Poker zum Beispiel ist, wenn Sie so wollen, eine Sportart. Sie müssen üben und sich während der ganzen Partie konzentrieren. Es ist genaugenommen ein Spiel für Nerds (wie mich), die Mathematik mögen und es spannend finden, neue Züge zu lernen um ihre Strategie zu optimieren. Falls Sie andererseits zum Roulette Tisch rübergehen, treffen Sie höchstwahrscheinlich auf Menschen, die lediglich Glücksspiel betreiben wollen weil es cool ist, jedoch nicht, um weiter in die Materie einzudringen. Mit diesen Leuten kann man prima plaudern! Ich erinnere mich an eine Zeit, in der ich wortwörtlich den ganzen Tag damit verbrachte, mit Poker meinen Unterhalt zu verdienen (es war harte „Arbeit“, auch wenn es fair „vergütet“ wurde). Es war kaum möglich, ein Gespräch mit einer normalen Person zu führen, die kein geneigter Pokerspieler war…

Um es auf den Punkt zu bringen: Sorgen Sie in Ihrem Leben für etwas mehr bunte Abwechslung. Probieren Sie andere Spiele aus, reden Sie mit anderen Leuten, dann wird sogar Poker zukünftig noch mehr Spaß machen.

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Politik und Poker: Sind Sie optimistisch?

Februar 25, 2009


Der Präsident hat schnell gehandelt, den neuen Kongress zusammengerufen und in nur 26 Tagen ein Gesetz zur Bekämpfung der Konjunkturkrise mit einem Volumen von $787,5 Milliarden Dollar verabschiedet. Das Hilfspaket zur Anregung der amerikanischen Wirtschaft könnte der erste Schritt zur Abschaffung des UIGEA (Unlawful Internet Gambling Enforcement Act) hin zum staatlich regulierten, offenen US-Markt für Anbieter von Online Glücksspielen sein. Obwohl sich die Lage für die Glücksspielbranche während der ersten 4 Wochen unter der neuen Obama Regierung bereits zum Positiven entwickelt hat, wäre es noch zu früh die Sektkorken knallen zu lassen, da noch einige Klippen umschifft werden müssen.

Hochwürden Richard McGown, ein Professor für Wirtschaftswissenschaften an meinem Alma Mater Boston College, sagte in einem Interview mit der Gambling Compliance: “Es gibt da eine viel bessere Möglichkeit. Ihr habt Barney Frank, welcher es kaum erwarten kann alles Erdenkliche für Eure Sache zu tun”.
Und Ihr habt jede Menge verzweifelter Gouverneure, welche genau wissen, daß mehr als das Gesetz zur Wirtschaftsförderung benötigt wird, um Geld in die Kassen zu bringen, so daß jede weitere Einnahmequelle gerne genutzt werden wird.

Kalifornien, New York und Pennsylvania, drei politisch wichtige und einflussreiche Staaten, sind dabei ihre eigenen Online Gaming Gesetze einzubringen. Wenn Kalifornien ein Land wäre, hätte es das 7. größte Wirtschaftvolumen weltweit, Pennsylvania würde auf Platz 12 liegen und New York auf Platz 10.

Es gibt aber auch noch einige andere befremdliche Szenarien, wie z.B. das folgende Szenario, auf welches uns ein Lobbyist aus Washington hinwies, welcher aber namentlich nicht genannt werden wollte: ” Die übernehmen die Kontrolle, legalisieren das Glückspiel und schaffen ihre eigenen Online Gaming Aufsichtsgremien und sichern letztendlich damit nur den fortbestand ihrer eigenen staatlichen Lotterie-Systeme/Angebote”. In diesen Staaten würden die lokalen Gesetze die Bundesgesetze aushebeln, wodurch die Spiele und das Bankensystem des jeweiligen Staates für alle Spieler zugängig wären, welche eine IP Adresse im entsprechenden Staat haben. Alle diese Transaktionen würden natürlich entsprechend reguliert und besteuert werden.

Frank Fahrenkopf, der Leiter der American Gaming Association und Rechtsanwalt für Glücksspielfragen wurde ebenfalls von der Gambling Compliance interviewt. Dabei sagte er folgendes: “Ich denke, daß diese lokalen Gesetze eine bessere Lösung sind als die komplette Legalisierung von Internet Gambling”. Fahrenkopf merkte aber an, daß diese Aussage nur auf seinen persönlichen Beobachtungen beruhen würden und nicht als offizielle Aussage der AGA zu werten wäre, da der AGA Vorstand im Dezember beschlossen hat strikte Neutralität zu wahren.

Aber es gibt immer wieder weitere Entwicklungen und Alfonse (Al) D’Amato, ein ehemaliger Senator aus New York und Poker Players Alliance Vorsitzender, sieht die Situation etwas anders. Anstatt die der Bundesgesetze auszuhebeln oder einjährige Studien in Auftrag zu geben, warum sollte man Online Poker nicht einfach legalisieren? Man sollte sich dabei aber nicht in die Diskussion einmischen, welche Spiele als Glücksspiele zu betrachten sind.

Diese Vorgehensweise würde natürlich dabei helfen, das Argument zu festigen, daß beim Poker die Fähigkeiten wichtiger sind, als das Glück. Die Aussage beim Poker würde das Glück entscheiden, wurde von vielen Poker Pros schon seit Jahren als ungerechtfertige Einschränkung ihres Rechtes ihren Lebensunterhalt durch Poker zu verdienen angesehen.
Deshalb wäre dies für die PokerPros eine gute Sache. Es ist natürlich sehr unwahrscheinlich, daß Online Poker komplett legalisiert wird, da in vielen Staaten Senatoren sitzen, welche eine starke Abneigung gegen jede Art von Gaming haben. Außerdem wäre dann auch noch die Sache mit den Sonderrechten der Indianer zu klären. Die Lobbyisten haben sich dieser Sache bereits angenommen und möchten die entsprechenden Anträge so schnell wie möglich einreichen, jeder will eigentlich daß es letztendlich passiert, aber die einzelnen Staaten können unter Umständen erheblich schneller reagieren als die Bundesregierung.

Die meisten Landesregierungen haben einen 26-tägigen Gesetzes Zyklus und das ist eigentlich schon viel zu lange. Präsident Obama wird sich sicherlich aus der Sache heraushalten und nur eingreifen, wenn er wirklich muss. Eine spannende Zeit, in welcher viel passieren kann – PokerNews informiert Sie natürlich aktuell über alle neuen Entwicklungen in dieser Angelegenheit.

Der Poker Psychotherapeut: konvergentes/divergentes Denken

Februar 25, 2009

 

Wir waren wohl alle sehr erstaunt, als Daniel im TV unter Beweis stellte, daß er in der Lage ist unglaubliche Reads zu machen! Wer möchte nicht mal sagen:” Ich folde meine Quads gegen deinen Royal Flush” und dann auch noch mit seiner Vermutung richtig liegen? Aber seien Sie vorsichtig, so zu spielen und so unterhaltsam zu sein, wie ein professioneller Poker-Spieler birgt auch gewisse Gefahren in sich. Zu versuchen ein guter “Reader” am Pokertisch zu sein, kann sie viel Geld kosten.

In der Psychologie sagt man, daß wenn jemand versucht eine perfekte, exakte Antwort zu finden, er versucht konvergent zu Denken. In diesem Prozess versucht eine Person die einzig wahre und korrekte Antwort auf eine Frage zu finden, wie z.B. eine Antwort auf die Frage: “Wie hoch ist die Geschwindigkeit eines Kometen”. Aber konvergentes Denken ist nicht immer die beste Lösung, vor allem, wenn die Frage lautet: „Was hat mein Gegenspieler auf der Hand?”.

Uns allen, wurde in unserer “Lernphase” beigebracht, daß wir unseren Gegner lesen müssen und versuchen sollten ihn auf eine bestimmte Hand-Range zu setzen. Diesen Prozess nennt man divergentes Denken, wobei man darunter einfach versteht, daß man versucht auf eine Frage so viele Antworten zu finden, wie nur möglich. Divergentes Denken ist z.B. beim Start eines Forschungsprojektes sehr hilfreich, es werden die möglichen Antworten gesucht und man kann so feststellen, auf was man alles vorbereitet sein muss. Aber wichtiger für unser Pokerspiel ist die Tatsache, daß man durch divergentes Denken feststellen kann, daß es mehrere Antworten auf die Frage:” Was hat er auf der Hand” geben kann.

Viele Spieler eröffnen mit einer sehr breiten Hand-Range und wenn Sie Ihre Gegner zu schnell auf eine bestimmte Hand-Range festlegen, kann dies unter Umständen dazu führen, daß Sie richtige Probleme bekommen. Wenn Sie einen Spieler Preflop auf A-K setzen und der Flop mit J-4-2 kommt, werden Sie mit Sicherheit mit jedem Paar hoch setzen. Wenn Sie Ihren Gegner auf A-J oder ein mittleres Paar gesetzt haben, sind Sie jetzt in einer Situation, in welcher Sie sehr vorsichtig sein müssen.

Der zweite Teil des divergent/konvergent Prozesses besteht darin, sich nicht zu sicher zu sein. Ich kenne einen sehr erfolgreichen NLHE Cash Game Spieler, welcher sich immer mit dem Maximum Buy-In an den Tisch setzte und versuchte seine ersten zwei oder drei Hände zu verlieren. Wirklich – er spielte sehr loose und zeigte seine Hände während der ersten Runden am Spieltisch sehr oft. Er bestellte lauthals Drinks und flirtete ungeniert mit den Bedienungen. Er versuchte den Spielern am Tisch den konvergenten Read zu vermitteln, daß er loose, aggressiv spielt und an sich nicht der Hellste ist. Er versuchte den anderen Spielern zu vermitteln, daß er laut, ungehobelt wäre und soviel Geld hat, daß es am Spieltisch für ihn keine Rolle spielt.

Wenn man divergent über diese Angelegenheit nachdenkt wird man entweder zu dem Ergebnis kommen “Ja, er ist ein Idiot und eine Cash Maschine” oder “Nein, er spielt uns das nur vor und verliert extra, um später dann richtig zu gewinnen”. Raten Sie mal, was die meisten denken? Es funktioniert.

Sie wollen nun also alles offen lassen und denken divergent. Sie befinden sich nun in einer Showdown Situation und lassen sich die einzelnen Einsätze noch einmal durch den Kopf gehen: “Kann er meinen Eröffnungseinsatz mit einer 3 auf seiner Hand gecallt haben? Ich könnte seine 2 Paar schlagen, wenn er aber 3′er Trips hat, ist er der Gewinner…”. Wenn Sie sich diese Hand nun durch den Kopf gehen lassen, um entscheiden zu können, ob Sie den hohen Call am River machen sollten, wird Ihnen die divergente Denkweise einige Vorteile bringen. Wenn z.B. A-3 eine Hand wäre, welche Ihr Gegner preflop haben könnte, dann sollten Sie am River vorsichtig sein. Wenn Sie aber diesen Spieler schon seit längerer Zeit beobachten und einen Read auf ihn haben, daß er keine Asse mit kleinem Kicker nach einem Eröffnungsraise spielt, dann können Sie durch die divergente Denkweise A-3 ausschließen und den Call am River machen.

Die divergente Denkweise funktioniert in beide Richtungen. Sie lassen sich nicht nur selbst alle Möglichkeiten offen, sondern Sie können auch eine Menge Draws ausschließen, wenn Sie einen guten Read haben und Ihren Gegner während der letzten Stunden divergierend eingeschätzt hatten. Zu wissen, was er nicht hat, kann oft genauso wichtig sein, wie zu wissen, was er als nächstes machen wird.

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