Politik und Poker: Sind Sie optimistisch?
Februar 25, 2009
Der Präsident hat schnell gehandelt, den neuen Kongress zusammengerufen und in nur 26 Tagen ein Gesetz zur Bekämpfung der Konjunkturkrise mit einem Volumen von $787,5 Milliarden Dollar verabschiedet. Das Hilfspaket zur Anregung der amerikanischen Wirtschaft könnte der erste Schritt zur Abschaffung des UIGEA (Unlawful Internet Gambling Enforcement Act) hin zum staatlich regulierten, offenen US-Markt für Anbieter von Online Glücksspielen sein. Obwohl sich die Lage für die Glücksspielbranche während der ersten 4 Wochen unter der neuen Obama Regierung bereits zum Positiven entwickelt hat, wäre es noch zu früh die Sektkorken knallen zu lassen, da noch einige Klippen umschifft werden müssen.
Hochwürden Richard McGown, ein Professor für Wirtschaftswissenschaften an meinem Alma Mater Boston College, sagte in einem Interview mit der Gambling Compliance: “Es gibt da eine viel bessere Möglichkeit. Ihr habt Barney Frank, welcher es kaum erwarten kann alles Erdenkliche für Eure Sache zu tun”.
Und Ihr habt jede Menge verzweifelter Gouverneure, welche genau wissen, daß mehr als das Gesetz zur Wirtschaftsförderung benötigt wird, um Geld in die Kassen zu bringen, so daß jede weitere Einnahmequelle gerne genutzt werden wird.
Kalifornien, New York und Pennsylvania, drei politisch wichtige und einflussreiche Staaten, sind dabei ihre eigenen Online Gaming Gesetze einzubringen. Wenn Kalifornien ein Land wäre, hätte es das 7. größte Wirtschaftvolumen weltweit, Pennsylvania würde auf Platz 12 liegen und New York auf Platz 10.
Es gibt aber auch noch einige andere befremdliche Szenarien, wie z.B. das folgende Szenario, auf welches uns ein Lobbyist aus Washington hinwies, welcher aber namentlich nicht genannt werden wollte: ” Die übernehmen die Kontrolle, legalisieren das Glückspiel und schaffen ihre eigenen Online Gaming Aufsichtsgremien und sichern letztendlich damit nur den fortbestand ihrer eigenen staatlichen Lotterie-Systeme/Angebote”. In diesen Staaten würden die lokalen Gesetze die Bundesgesetze aushebeln, wodurch die Spiele und das Bankensystem des jeweiligen Staates für alle Spieler zugängig wären, welche eine IP Adresse im entsprechenden Staat haben. Alle diese Transaktionen würden natürlich entsprechend reguliert und besteuert werden.
Frank Fahrenkopf, der Leiter der American Gaming Association und Rechtsanwalt für Glücksspielfragen wurde ebenfalls von der Gambling Compliance interviewt. Dabei sagte er folgendes: “Ich denke, daß diese lokalen Gesetze eine bessere Lösung sind als die komplette Legalisierung von Internet Gambling”. Fahrenkopf merkte aber an, daß diese Aussage nur auf seinen persönlichen Beobachtungen beruhen würden und nicht als offizielle Aussage der AGA zu werten wäre, da der AGA Vorstand im Dezember beschlossen hat strikte Neutralität zu wahren.
Aber es gibt immer wieder weitere Entwicklungen und Alfonse (Al) D’Amato, ein ehemaliger Senator aus New York und Poker Players Alliance Vorsitzender, sieht die Situation etwas anders. Anstatt die der Bundesgesetze auszuhebeln oder einjährige Studien in Auftrag zu geben, warum sollte man Online Poker nicht einfach legalisieren? Man sollte sich dabei aber nicht in die Diskussion einmischen, welche Spiele als Glücksspiele zu betrachten sind.
Diese Vorgehensweise würde natürlich dabei helfen, das Argument zu festigen, daß beim Poker die Fähigkeiten wichtiger sind, als das Glück. Die Aussage beim Poker würde das Glück entscheiden, wurde von vielen Poker Pros schon seit Jahren als ungerechtfertige Einschränkung ihres Rechtes ihren Lebensunterhalt durch Poker zu verdienen angesehen.
Deshalb wäre dies für die PokerPros eine gute Sache. Es ist natürlich sehr unwahrscheinlich, daß Online Poker komplett legalisiert wird, da in vielen Staaten Senatoren sitzen, welche eine starke Abneigung gegen jede Art von Gaming haben. Außerdem wäre dann auch noch die Sache mit den Sonderrechten der Indianer zu klären. Die Lobbyisten haben sich dieser Sache bereits angenommen und möchten die entsprechenden Anträge so schnell wie möglich einreichen, jeder will eigentlich daß es letztendlich passiert, aber die einzelnen Staaten können unter Umständen erheblich schneller reagieren als die Bundesregierung.
Die meisten Landesregierungen haben einen 26-tägigen Gesetzes Zyklus und das ist eigentlich schon viel zu lange. Präsident Obama wird sich sicherlich aus der Sache heraushalten und nur eingreifen, wenn er wirklich muss. Eine spannende Zeit, in welcher viel passieren kann – PokerNews informiert Sie natürlich aktuell über alle neuen Entwicklungen in dieser Angelegenheit.
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